TV »Deutsche Eiche« Künsebeck ehrt seine langj …

Gepostet in Allgemein am 01. Oktober 2013

Quelle: WESTFALEN BLATT; 1.10.2013

Halle-Künsebeck (el). 60-jährige Mitgliedschaft klingt auf dem Papier großartig und unglaublich. Doch für die langjährigen Sportler des TV »Deutsche Eiche« Künsebeck war es eine Zeit, die selbstverständlich zu ihrem Leben gehört. Nun wurden sie ausgezeichnet und hatten Gelegenheit aus ihrer ganz persönlichen Vereinsgeschichte zu erzählen.

Einmal im Jahr sucht Vorsitzende Ulrike Sommer die Jubilare aus den Akten heraus. »Dabei fällt mir immer wieder auf, wie wichtig der Verein für die Menschen ist«, sagte sie, als sie die anwesenden Jubilare und Übungsleiter im Landhotel Jäckel begrüßte. Darum wolle sie nun diesen Menschen Raum geben von dem Teil ihres Lebens zu erzählen, der dem TV gehört. Das galt natürlich vor allem für Karl-Heinz Tonn, der seine Gold-Nadel für 60 Jahre Engagement erhielt. »Ich glaube, ich war auch mal Handballer«, begann Tonn launig seinen kleinen Abriss.

Denn gespielt hat der 63-Jährige wahrlich nicht lange. »Ich kann mich nur an ein richtiges Spiel erinnern«, sagte Tonn. Schnell stieg er um und wurde Schiedsrichter. Als solcher und als »Funktionär« in verschiedenen Positionen brachte er seine Energie in den Verein ein. Sogar dem Handball blieb er als »Mädelswart« treu und sitzt noch heute bei jedem Spiel in der ersten Reihe. In dieser Funktion erinnerte sich auch Brigitte Tippe an Tonn. Sie selbst gehörte zu den Spielerinnen und erlebte während ihrer 50-jährigen Mitgliedschaft deren Blütezeit in Ober- und Bezirksliga.

 

Dabei wollte sie ursprünglich Fußball spielen. »Doch das konnten Mädchen damals noch nicht«, erinnerte sie sich. Ihr Dank gehörte den vielen Ehrenamtlichen, die damals die Mannschaft zu ihren bundesweiten Spielen kutschierten. Als Wirt des Vereinslokals Jäckel wusste auch Paul Marten viel zu erzählen. Er ist ebenfalls seit 50 Jahren Mitglied und erlebte wie sich nicht nur seine Wirtschaft zum Hotel mauserte, sondern auch wie aus dem Handball-Großfeld ein Tennisplatz wurde.

Gleich zwei Herzen schlagen schon seit 25 Jahren in Helga Tappes Brust. Die Hörsterin ist sowohl in ihrem Ortsteil sportlich aktiv, als auch im TV »Deutsche Eiche« Künsebeck. »Das familiäre Vereinsklima hat mich immer angezogen«, meinte sie. Dabei sei das Training in Künsebeck stets härter und stärker am Erfolg ausgerichtet, was Helga Tappe gar nicht mochte. Sie sattelte daher nach ihrer eigenen aktiven Phase um und wurde vor zwanzig Jahren Nachfolgerin der Übungsleiterin Irmgard Merle. »Das hat mir ungeheuer viel Selbstvertrauen gegeben«, sprach Merle von der Arbeit im Verein, die weit über die körperliche Fitness hinaus gehe.

Das bestätigte auch der Vorsitzende des Haller Stadtsportverbandes Reinhard Große-Wächter, der zudem das Erlernen von Fairness und Gleichberechtigung als Ergebnisse der Vereinsarbeit nannte. Während Welle um Welle neuartiger Sportarten über den Ozean schwappten, sei es gerade ein traditioneller Verein, der sich noch auf die Werte von Turnvater Jahn beziehe, der für seine Mitglieder zur Heimat werden könne.