50 KILOMETER FÜR DEN GUTEN ZWECK

Gepostet in Laufen am 10. Juni 2020

Dass der Erfolg des World Vision Spendenlaufes aus 2019 nicht zu wiederholen ist, das war Organisatorin Friederike Hegemann bereits am Abend des 6. Juni vergangenen Jahres klar. Viele Spenden, viele Menschen, gutes Wetter und eine unglaubliche Stimmung durchzogen Künsebeck. Dass allerdings in 2020 auf Grund der Corona-Pandemie die Einschränkungen jegliche Veranstaltung zu Nichte machen würden, damit rechnete zu dem Zeitpunkt noch niemand. „Die Krise hat uns alle erreicht und trifft besonders hart die Ärmsten dieser Welt, es musste doch eine Möglichkeit geben, Unterstützung für die Organisation World Vision zu bekommen. Um die Ausbreitung der Krankheit COVID-19 einzudämmen und betroffenen Menschen auf der ganzen Welt zu helfen, müssen wir zusammenarbeiten.“, dachte sich Hegemann. „Das Coronavirus wird die ärmsten Regionen der Welt schwer treffen und verheerende Auswirkungen haben. Wenn Kinder ihre Familie durch Krankheit verlieren, sind sie auf sich allein gestellt und besonders verletzlich: Unterernährung, Armut, Missbrauch und Gewalt sind häufig die Folgen.“, bestätigt Julia Steinweg, die das Projekt 6K ebenfalls unterstützt. „Wir müssen über den Tellerrand schauen, uns geht es gut in Deutschland. Warum sollten wir unsere Möglichkeiten nicht nutzen, um Hilfe zu senden.“, erläutert Friederike Hegemann den Gedanken zum Spendenlauf 2020. So nahm sie Kontakt mit der christlichen Organisation auf und besprach die Idee aus Künsebeck, welche auf offene Ohren stieß. Während ihrer Trainingsläufe durch den Teuto und die Patthorst schmiedeten Steinweg und Hegemann also Pläne, was zu tun sei. Vor gut zwei Wochen gaben die beiden Sportlerinnen vom TV Deutsche Eiche dann bekannt, dass sie zum Spendenlauf aufrufen – anders als sonst. „Wir laufen, ihr spendet“ hieß das Motto. Für jeden gelaufenen Kilometer der beiden konnte ein Betrag eingesetzt werden. „Innerhalb kürzester Zeit hatten wir rund 50 Spendenzusagen und tolle Ideen uns zu helfen.“, so Steinweg. Die Künsebecker haben Plundertaschen, Muffins und vieles mehr beigesteuert und auf die zwei Verpflegungsstellen im Dorf verteilt. Und so zogen, passend zum Global Running Day, die beiden ihre Kreise. Mehr als 30 weitere Sportbegeisterte liefen virtuell an ihrem Ort oder durch Künsebeck zur Unterstützung mit. „Bereits ab Runde eins standen Mitläufer vom Lauftreff am Start, später ab mittags stießen die Walker hinzu, andere verließen die Runde. „Ein stetiger Wechsel und viel Zuspruch, dass wir das Richtige täten, das hat uns echt getragen“, freut sich Friederike Hegemann. „Und als ich die Walker sah, war klar, endlich gibt’s Puddingteilchen.“ Ingrid Diekmann-Vemmer begleitete Runde um Runde die Frauen mit ihrem Supportmobil mit guter Musik. „Unsere Verpflegung war vom Feinsten – dafür haben sich die Mühen schon gelohnt“, schmunzelt Julia Steinweg. Und scheinbar haben sich alle Mühen und Vorbereitungen gelohnt! Nach zwei Regenschauern, drei Rollen Fizzers und 50 Kilometer später, die tatsächlich jede der beiden Frauen gelaufen ist, waren sowohl Lust als auch die Energie verbraucht. Doch auch die Schmerzen, besonders auf den letzten Kilometern, haben sich am Ende ausgezahlt: 2220 Euro sind durch die Laufleistung zusammen gekommen. Diese Spende wird nun an World Vision überwiesen. Sonntag hieß es dann Regenerations-Tag für die beiden passionierten und etwas verrückten Läuferinnen, bis sie Montag wieder aufbrechen wollten, zum virtuellen World Ocean Run,dem Tag der Meere – dann zur Unterstützung der Seehundstation Friedrichskoog.